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07.03.2010, 03:10
| | Neuer Benutzer | | Registriert seit: 24.01.2006 Ort: Westerwald
Beiträge: 17
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| | Schlechtes Gewissen!? Hi liebe Community,
ich bitte euch um Rat, da ich wirklich nicht mehr weiter weiß.
Im Juli letztens Jahres bin ich mit einer langjährigen Freundin zusammen gekommen. Ich bin zu diesem Zeitpunkt noch nicht in sie verliebt gewesen, aber ich mochte sie sehr sehr gerne.
Es wird schon noch kommen, sagte ich mir. Es hat alles gepasst. Uns hat es an nichts gefehlt. Im Dezember fing es dann an. Ich habe mich nicht mehr wohl gefühlt. Das Gefühl sie zu lieben, ist auch noch nicht gekommen.
Ich wollte nicht alles einfach so aufgeben und habe es weiter versucht. Sie hat sich total in mich verliebt. In den letzten 3 Monaten ist es für mich immer schlimmer geworden. Ich konnte ihr immer noch nicht "Ich liebe dich" sagen.
Nun habe ich unsere Beziehung beendet. Ich bin zu ihr gefahren und habe mir die Seele vom Leib geredet. Sie konnte es nicht verstehen. Es war nicht schön. Sie hat geweint und ich habe mich ziemlich schlecht gefühlt. Es war wie in einem Film. Sie wollte mich nicht gehen lassen, nicht loslassen.
Das ganze ist 2 Tage her. Mir geht es seither ziemlich schlecht. Fühle mich irgendwie schuldig. Sie schreibt mir weiterhin sms. Wie sehr ich ihr fehle usw.
Weiss nicht was ich machen soll. Ich kann nicht mit ihr zusammen sein, ohne das ich sie liebe. Auf der anderen Seite, würde ich gerne für sie da sein und sie trösten. Kann mir aber nicht vorstellen, dass dies der richtige Weg ist.
Was kann ich tun?
Liebe Grüße | 
08.03.2010, 20:14
|  | Moderator | | Registriert seit: 13.01.2006 Ort: NRW
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Hallo Noah,
Ich glaube ich kann deine Situation sehr gut verstehen.
Auch ich hatte vor langer Zeit mal eine Beziehung mit einer Frau, die mich sehr liebte, für die ich aber nicht mehr als nur Freundschaft empfand. Ähnlich wie du glaubte ich, dass sich das Gefühl der Liebe irgendwann von alleine einstellen würde. Das klappte aber nicht und ich wurde immer unzufriedener, bis ich mich dazu entschloss "Schluss" zu machen. Das tat mir im Nachhinein aber furchtbar Leid, weil sie weinte und mich nicht gehen lassen wollte.
So fühlte ich mich elend und schlecht – sogar noch schlechter, als wäre ich bei ihr geblieben.
Also nahm ich die Trennung wieder zurück und bildete mir ein, mich mit meiner Unzufriedenheit und mit ihr arrangieren zu können.
Das war ein Fehler, denn mit diesem Verhalten habe ich mich selbst belogen und betrogen. Ich habe mein eigenes Wohl, meine Wünsche und Träume komplett zurückgestellt, damit es ihr gut geht.
Das mag zwar einerseits sehr Nobel klingen, alles für des anderen Wohlbefinden zu tun, aber nicht, wenn man sich dabei komplett vernachlässigt. Denn wenn in einer Beziehung tiefliegende Gefühle fehlen ist diese in der Regel früher oder später zum Scheitern verurteilt.
Bei uns sah es dann so aus, dass SIE eines Tages aus dieser Beziehung ausbrach um sich einem Anderen zuzuwenden, der dann ihre Gefühle auch erwidern konnte. Das war eigentlich eine logische Konsequenz daraus, dass ich ihr nie Liebe geben konnte.
Wie ironisch eigentlich, dass mich das dann doch extrem stark getroffen hatte, viel schlimmer noch, als es damals das schlechte Gewissen tat, als ich hätte "Schluss machen" sollen.
Kurzum - was ich damit ausdrücken möchte ist, dass es in meinen Augen absolut richtig ist, dass du diese Beziehung beendet hast. Das hat auch nichts mit Egoismus zu tun! Im Gegenteil hilfst du ihr mit dieser Entscheidung sogar viel mehr, als es jetzt im Moment, zwischen ihren ganzen Tränen und dem Trennungsschmerz, den Anschein hat.
Denn wenn du für sie statt Liebe nur Mitgefühl oder Mitleid empfinden kannst, ist das keine Basis für eine glückliche Beziehung. Irgendwann würde sie sich möglicherweise, wie das bei meiner Partnerin der Fall war, nach dieser Liebe sehnen, die sie von dir niemals bekommt. Und dann könnte das so enden wie ich es vorhin beschrieben habe.
Das dir diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist und es dir nun auch nicht gut geht ist dabei völlig normal und zeigt eben, dass du auch Gefühle hast und du sie ja eigentlich nicht böswillig verletzen wolltest.
Klar ist das jetzt eine schwierige Situation, weil so eine Trennung natürlich nicht reibungslos ablaufen kann, wo der eine nicht loslassen kann.
Sie brauch jetzt eine gewisse Zeit um mit der neuen Situation umgehen zu können und muss diese Trennung auch erstmal akzeptieren.
Wie du mit der Situation richtig umgehen kannst, weiß ich allerdings nicht. Der Gedanke Freunde zu bleiben funktioniert nämlich oft nicht, obwohl dass zunächst die einzige Hoffnung für den verlassenen Partner ist.
Biete ihr vielleicht an trotzdem für sie da zu sein, damit sie sich nicht ganz so verlassen fühlt, aber achte darauf, dass du sie nicht wieder zu nah heran lässt.
Wenn dass nicht funktioniert müsstest den Kontakt zu ihr ganz abbrechen, was sicher keiner von euch will.
Ich hoffe du findest eine Lösung für dich!
Liebe Grüße Hatenight
__________________ Wunden heilen und Schmerzen vergehen,
doch vergessen wird nie, wenn Narben entstehen! | 
09.04.2010, 20:50
| | Erfahrener Benutzer | | Registriert seit: 26.03.2006
Beiträge: 110
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Die Frage ist, was schlimmer wäre:
Eine Beziehung zu führen, welche auf einer "Lüge" basiert oder die Wahrheit zu sagen und jeder geht seinen Weg.
Auch wenn es hart klingt, du empfindest nichts wie Liebe für sie, warum solltest du dann eine Beziehung aufrecht erhalten? Ich glaube dir, das sowas sehr schwer ist, da sie ja anscheinend alles in dich setzt, aber es ist einfach der "nettere" Weg.
Freunde zu bleiben wird schwer, man sagt es immer, aber trotzdem war ja mal mehr da... zumindestens bei ihr und das einfach wie mit einem Schalter auszuschalten?
Es wäre jedoch falsch ihr was "vorzuspielen" und das evtl. ein Leben lang, der Rest liegt in deinem Ermessen. Ob du es nochmal probieren willst, erstmal treffen usw. (ja, auch wenn man sich lange kennt, kann man das ja etwas anders aufziehen um herauszufinden ob da was ist von deiner Seite)
Oder du sagst ihr erneut, es wird leider nix mehr zwischen euch und das muss sie akzeptieren
__________________
Liebe ist das, was am Ende noch vorhanden ist, wenn das Feuer der Verliebtheit erloschen ist.
Das klingt nicht sehr aufregend, nicht wahr. Es ist aber aufregend."
Aus Film: Corellis Mandoline
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